Zu wenig Nachwuchs bei Kita- Erzieherinnen
Bei einer Visite in verschiedenen Kindertagesstätten informierten sich in dieser Woche die kinder-, jugend- und familienpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Landtag, Jacqueline Bernhardt und Melitta Roock, Fraktionsvorsitzende der LINKEN in Ludwigslust über den Stand der Umsetzung des Kindertagesförderungsgesetzes (KiföG). Dabei interessierten sie sich besonders dafür, wie sich in den Einrichtungen das Verhältnis Fachkraft – Kind darstellt und wie man bspw. Ausfälle von Erzieherinnen durch Krankheit, Urlaub oder Weiterbildung kompensiert. In der Kita „Naturtalent“ setzt Leiterin Bettina Makowsky sozial-pädagogische Assistentinnen ein, die die Erzieherinnen durch die Übernahme von Routinearbeiten entlasten. Für Jutta Maria Schneider vom evangelischen Kindergarten Am Bassin ist die Zusammensetzung ihres Erzieherinnenkollektivs und ein familiäres Klima in ihrer Einrichtung am wichtigsten. Und auch in der kommunalen Kita Johannes Gillhoff hätte Leiterin Kerstin Will sicher nichts gegen mehr Erzieherinnen, doch durch gute Organisation und Zusammenarbeit mit der Stadt und den Eltern würden solche Engpässe umgangen. Unterschiedlich wird die seit 2015 geltende gesetzliche Pflicht zur Vollverpflegung in den Kitas gehandhabt. „Pauschal- oder Einzelabrechnung, verschiedene Essenanbieter und Elternwünsche machen zwar die Sache oft unnötig kompliziert, führen jedoch Dank des großen Engagements der Verantwortlichen in den Kitas dazu, dass jedes Kind ausreichend und in guter Qualität zu essen bekommt.“ stellte Jacqueline Bernhardt erfreut fest. Dagegen klagten alle Kita- Leiterinnen über die unbefriedigende Situation beim Berufsnachwuchs. Es fänden sich nur wenige bereit, den Erzieherberuf zu erlernen. Und auch die Qualität der Ausbildung habe nachgelassen. So könnten junge Erzieher und Erzieherinnen heute kaum noch ein Instrument spielen oder Kinderlieder singen. „Im Landtag beschäftigen wir uns gerade mit der Ausbildungsplatzplanung für Erzieherinnen und Erzieher. Die Praxisbesuche haben mir nochmals verdeutlicht, dass es richtig und wichtig ist, auf eine realitätsnahe Ausbildung zu dringen. Wenn wir eine gute Qualität in den Kitas wollen, brauchen wir gute ausgebildete Erzieherinnen und Erzieher. Dafür werde ich mich weiter einsetzen.“ so Jacqueline Bernhardt.


