Ralf Marquardt

… aus Sehlsdorf bei Goldberg tritt als Direktkandidat der Partei Die Linke im Wahlkreis 32 für die Landtagswahl 2026 an.

Genosse Marquardt, warum willst Du für die Linke in den Landtag einziehen?
Ich will Sprachrohr für die Bürger in meinem Wahlkreis sein, ich will ihre Probleme, Sorgen und Wünsche direkt in die Landespolitik tragen und dann dazu beitragen, dass Probleme gelöst werden.

Welche Ziele stellst Du Dir konkret?
Nehmen wir als Beispiel die Digitalisierung.  Hier gibt es noch erhebliche Defizite. Und gerade im ländlichen Raum ist es wichtig, dass die Bürger Behördengänge ganz einfach digital erledigen können wie etwa Auto-Anmeldung, Bauantrag oder Meldebescheinigung, wie es das OZG, das Online-Zugangs-Gesetz, vorsieht. Sehr am Herzen liegt mir auch das Projekt „Digitaler Arzt“. Das wäre eine enorme Erleichterung für die ländliche Bevölkerung und könnte zugleich durch die Verbindung mit ambulanten Pflegediensten Synergien schaffen.

Als IT-Administrator kennst Du Dich in diesem Bereich ja bestens aus. Aber wirst Du als Landtagsabgeordneter Dein Wissen auch in praktische Politik umsetzen können?
Ich glaube schon. Ich nenne mal ein Beispiel dafür, was ich besser machen würde: Der Digitalpakt Schule ist eine gute Sache. Aber hierbei wurde der dritte Schritt vor dem ersten gemacht. Moderne Laptops für die Schüler bringen gar nichts, wenn die Schule nicht über schnelles Internet und W-Lan verfügt. Und auch die Lehrer müssen entsprechend geschult sein, damit sie die neuen Möglichkeiten auch im Unterricht nutzen können. Probleme muss man komplex angehen, um sie zu lösen.

Bei den Linken war in der Vergangenheit die Positionierung zum Ukraine-Krieg ein strittiges Thema. Wie stehst Du zur Friedensfrage?
Ich sage ganz klar: Wir brauchen einen  sofortigen Waffenstillstand und Friedensgespräche, aber keine weiteren Waffenlieferungen. Der Konflikt muss auf diplomatischem Wege gelöst werden. Ich bin seit 30 Jahren in der freiwilligen Feuerwehr. Da lernt man als erstes: Um: Feuer zu bekämpfen, muss man ihm die Grundlagen entziehen. Also nochmal: Stopp von Waffenlieferungen und stattdessen  Friedensgespräche.

Und wie stehst Du zur Einführung der Wehrpflicht?
Wir brauchen keine Wehrpflicht. Aufrüstung ist das falsche Signal und nützt nur der Rüstungsindustrie. Russland ist keine Bedrohung, wenn das Land in ein kollektives europäisches Sicherheitssystem eingebunden wird.

Die Partei Die Linke charakterisiert sich selbst als sozial und solidarisch. Was möchtest   Du als Landtagsmitglied dazu beitragen, dass diese Werte Einzug in den Lebensalltag finden?
Ich kenne das normale Leben in Mecklenburg sehr gut. Ich war selbst ein dreiviertel Jahr arbeitslos und weiß, wie schwer das ist. Ich kenne auch jede Ecke im Lande, denn ich habe 17 Jahre lang als Service-Techniker im Außendienst gearbeitet und bin dabei 1,2 Millionen Kilometer gefahren. Der Rufbus unseres Landkreises ist ein guter Ansatz, damit ländliche Regionen nicht abgehängt werden und müsste zeitnah flächendeckend im gesamten Land eingeführt werden. Ich weiß auch um den Ärztenotstand in ländlichen Regionen und habe auch Lösungen. In Goldberg beispielsweise hat der Bürgermeister proaktiv im Bundeswehr-Krankenhaus in Berlin Ärzte gesucht, die nach dem Ende ihrer Dienstzeit als Hausarzt arbeiten könnten und wurde fündig. Solche Beispiele kann man für das ganze Land nutzen.

In unserer Region leben sehr viele Senioren. Was willst Du speziell für diese Bevölkerungsgruppe tun?
Sozial und solidarisch bedeutet für mich auch, mehr gegen die Vereinsamung älterer Menschen zu tun. Begegnungs- und Beratungsstätten müssen erhalten, besser gefördert und ausgebaut werden. Gute Ideen wie das Goldberger Projekt einer seniorenfreundlichen Stadt sollten als Beispiel für das ganze Land verallgemeinert werden.

Wie steht es mit Deinem Einsatz für eine weitere große Gruppe in unserer Gesellschaft, was willst Du für die Menschen mit Behinderung erreichen?
Gemeinsam mit meiner Partei will ich mich dafür stark machen, dass geistig und körperlich behinderte Menschen bessere Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt bekommen, um eine inkludierte Berufsausbildung machen zu können und nach der Ausbildung einen Arbeitsplatz auf dem ersten Arbeitsmarkt zu bekommen. Es geht um ein selbstbestimmtes Leben mit einem vernünftigen, lebensfähigen Einkommen. Die Linke wird sich dafür einsetzen, den bürokratischen Aufwand für willige Arbeitgeber, die dazu bereit sind, so gering wie möglich zu halten, um nicht im Antrags- und Berichtswald und bei der Anpassung der örtlichen Gegebenheiten am Arbeitsplatz für diese Sache zu ersticken.

Du hast vorhin erwähnt, dass Du seit 30 Jahren in der freiwilligen Feuerwehr aktiv bist. Fast jede Gemeinde hat so eine Wehr, aber viele Kommunen stöhnen, dass die finanziellen Lasten kaum stemmen können. — Was würdest Du als Landtagsabgeordneter machen, um den Feuerwehren unter die Arme zu greifen?
Freiwillige Feuerwehren sind wichtig, und nicht nur für den Brandschutz. Sie sind eine Säule für das gesellschaftliche Leben in der Gemeinde. Aber sie brauchen mehr Unterstützung vom Land. Wenn die Brandschutzbedarfsplanung etwa die Anschaffung eines neuen Tanklöschfahrzeugs oder den Neubau eines Feuerwehrgerätehauses vorsieht, kann die Gemeinde nicht auf 70 oder 80 Prozent der Kosten sitzen bleiben. Hier muss die Regelung wie bei Bauinvestitionen greifen, dass notwendige Projekte mit 90 Prozent gefördert werden.

Wenn Du in den Landtag gewählt wirst, wie willst Du dann mit Deinen Wählern in Kontakt bleiben?
Ich werde nicht nur für meine Wähler, sondern für alle Bürger erreichbar sein, per E-Mail unter ralf.marquardt@die-linke-mv.de und direkt in einer Begegnungsstätte, in der ich regelmäßig Gesprächstermine anbieten werde. 

Findest Du neben Beruf, Kommunalpolitik, Feuerwehr und Familie – du bist verlobt –noch Zeit für andere Hobbys?
Ich lebe auf dem Dorf, da erfordern Haus und Hof schon etwas Arbeit und selbstverständlich hilft man auch den Nachbarn. Tiere gehören natürlich auch zum Dorfleben. Ich habe einen Hund - einen Jack-Russel-Mischling ‑ und zwei Katzen. 

Zur Person:
Ralf Marquardt ist 48 Jahre alt und wohnt in Sehlsdorf bei Goldberg. Er wurde in Waren/Müritz geboren und besuchte die Schule in Moltzow und Grabowhöfe. Er hat eine Berufsausbildung als Technischer Assistent für Informatik abgeschlossen, das Fachabitur für Elektrotechnik abgelegt und arbeitet als Systemadministrator im öffentlichen Dienst in einer Landesbehörde in Schwerin. Ralf Marquardt hat kommunalpolitische Erfahrungen als Gemeindevertreter und sachkundiger Bürger, ist Truppführer in der Freiwilligen Feuerwehr Goldberg und seit 2025 Mitglied der Partei Die Linke.