Gelord Opitz

… aus Hagenow tritt als Direktkandidat der Partei Die Linke im Wahlkreis 18 für die Landtagswahl 2026 an.

Wir müssen die Handlungsfähigkeit der Kommunen wiederherstellen

Genosse Opitz, warum engagierst Du Dich gerade bei den Linken?
Ich komme aus einer Familie, die sich seit Generationen für linke Politik engagiert. Sozial und solidarisch zu denken und zu handeln habe ich von Kindesbeinen gelernt. Außerdem steht die Linke für eine konsequente Friedenspolitik.

Und warum bewirbst Du Dich für den Landtag?
Ich bin Lehrer, Vater und Kommunalpolitiker. Ich habe Philosophie studiert. Wenn ich auf die Probleme unserer Zeit schaue, komme ich zur Schlussfolgerung, dass man sich politisch engagieren muss. Auf allen Ebenen, von der Weltpolitik bis hin zu den Kommunen haben sich Probleme angesammelt, die dringend einer Lösung bedürfen. Jeder sollte sich da engagieren, wo er das am besten kann. Ich erlebe als Mitglied der Stadtvertretung in Hagenow die Grenzen kommunalpolitischer Handlungsfähigkeit. Mit dieser Erfahrung möchte ich im Landtag darauf hinarbeiten, dass kommunale Selbstverwaltung nicht mehr nur auf dem Papier steht, sondern gelebt werden kann. 

Um das möglich zu machen, muss man Gelder umverteilen. Wo siehst Du dafür Spielräume?
Ich bin kein Finanzpolitiker. Aber ich sehe, wo Geld fehlt und wohin viel Geld fließt. Ich halte es für falsch, dass soviel Geld in Aufrüstung fließt, während in Bereichen, die das Leben der Menschen direkt betreffen, das Geld an allen Ecken und Enden fehlt. Es kann nicht sein, dass wir Milliarden für die Bundeswehr und Rüstungsexporte ausgeben, aber kein Geld für Jugendklubs oder einen funktionierenden, preiswerten öffentlichen Personenverkehr haben. Natürlich sind das Themen, die vor allem auf bundespolitischer Ebene zu klären sind. Aber auch ein Landtag muß solche Fragen diskutieren und Druck auf die Bundesebene machen.
     Aber auch auf Landesebene gibt es Handlungsbedarf. Das Land kann nicht immer mehr Aufgaben an die Gebietskörperschaften delegieren, ohne dafür die entsprechenden finanziellen Grundlagen zu liefern. Auch die immer höheren Kreisumlagen sind ein Problem. Hinzu kommt, dass es in einigen Bereichen immer weniger Mitbestimmung der Kommunen gibt. Dass sich das ändert, daran will ich mitwirken. 

Du bist Lehrer an einer Regionalen Schule, was beschäftigt die jungen Leute, die Du erlebst?
Die sozialen Medien sind allgegenwärtig und lenken viele Jugendlichen davon ab, sich für etwas in der realen Welt zu begeistern. Das ist weltweit ein gesamtgesellschaftliches Problem, auf das es noch keine Antworten gibt. Ich glaube nicht, dass Verbote viel bringen. Als Landespolitiker würde ich mich dafür einsetzen, dass es wieder mehr Begegnungsstätten gibt, wo sich Menschen unabhängig vom Geldbeutel treffen, ihre Freizeit verbringen und austauschen können.
     Ich erlebe auch, dass sich junge Leute vor Krieg fürchten. Viele lehnen die Wehrpflicht haben. Das Thema betrifft die Familien direkt. Ich habe Angst, dass mein Sohn in einen sinnlosen Krieg ziehen muss. Ich möchte auch nicht, dass andere Mütter und Väter in Deutschland um ihre Kinder bangen müssen. Auch deshalb bin ich in der Linken. Auch wenn es so manche Kontroversen in der Partei darüber gibt, wie man sich zum Ukrainekrieg positionieren soll, ist aus meiner Sicht die LINKE eine konsequente Friedenspartei. Wir stehen für Diplomatie, gegen Wehrpflicht und Hochrüstung. Jede Stimme, die diesen Kurs unterstützt, zählt.

Die Bildungspolitik wurde gerade bei den Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz von den Wählern als wichtigstes landespolitisches Thema benannt. Wie siehst Du das als Lehrer?
Mecklenburg-Vorpommern sollte sich mehr für eine bundesweit einheitliche Bildungspolitik einsetzen. Der Flickenteppich bringt nur Unruhe. Bundesweite Vergleichbarkeit schafft mehr Chancengleichheit. Wir müssen auch der zunehmenden Bürokratisierung mehr entgegensetzen. Um nur ein krasses Beispiel zu nennen: Die vielen Vorschriften machen es mir fast unmöglich, eine Klassenfahrt zu organisieren.

Nun hat MV seit dieser Legislatur ja eine linke Bildungsministerin. Warum ändert sie das nicht?
Das braucht leider Zeit. Sicher hat sich vieles seither verbessert, aber wir sind noch im Reparaturmodus. Die neue Zeit fordert neue Strategien. Wohin soll die Reise mit der KI gehen? Wie schaffen wir es, wieder Leidenschaften bei den Jugendlichen zu entwickeln?  Das sind strategische Fragen, mit denen wir uns auch in Mecklenburg-Vorpommern beschäftigen müssen.
     Landespolitik muss und kann mehr für unsere Kinder tun. Die Jugend braucht und sucht mehr Gehör, mehr Gelegenheiten für Gespräche. Gerade in einem Flächenland mit vielen kleinen Kommunen sind Orte, an denen sich Menschen unkompliziert treffen, Hilfe finden und miteinander reden können, besonders wichtig. 

Ein Letztes noch: Gelord ist ein ziemlich ungewöhnlicher Vorname in MV. Woher kommt er?
Meine Eltern haben ein Faible für Literatur und besondere Namen. Als ich geboren wurde, war der Roman des englischen Autors Eric Malpass “Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung“ ein Bestseller. Titelheld ist der Junge Geylord, in dessen Familie es ziemlich turbulent zugeht.  Das Standesamt hat als DDR-Schreibweise Gelord angeordnet. Mich stört das nicht.

Zur Person:
Gelord Opitz wurde in Hagenow geboren, ist 45 Jahre alt und hat zwei Kinder. Er ist gelernter Tischer, studierter Pädagoge mit Schwerpunkten Englisch und Philosophie und unterrichtet zudem Sozialkunde und Astronomie. Gelord Opitz ist Vorsitzender der Linksfraktion in der Hagenower Stadtvertretung.
     Gelord Opitz ist erreichbar unter der Email-Adresse: gelord.opitz@die-linke-mv.de